Kunst am Neubau

Kunst am Bau: Unter Kunst am Bau wird eine Verpflichtung insbesondere des Staates als Bauherrn verstanden, aus seinem baukulturellen Anspruch heraus einen gewissen Anteil – meist um die 1 % – der Baukosten öffentlicher Bauten für Kunstwerke zu verwenden.

Dietrich Förster hat den Wettbewerb gewonnen (wir haben beraten) für die Kunst am Neubau Berufsbildungs- und Technologiezentrum (BTZ) der Handwerkskammer für Schwaben in Augsburg.

Zu lösendes Problem bei diesem Kunstwerk, neben der Verankerung, Fundierung und statischen Berechnung: nach Verformung durch Eigengewicht muss die vom Künstler gewünschte Form erreicht werden. Im Gegensatz zu der in der Regel durchgeführten Formfindung war hier das Ergebnis gegeben und die Ausgangsform der gekrümmten und tordierten Bleche gesucht. Am Ende der Verformung berühren sich die Bleche und die dort vom Künstler gewünschte punktuelle Verbindung muss im Lastfall Eigengewicht keine Kräfte übertragen. Für die ausführende Firma (H&G Steelforming) musste die gefundene Ausgangsform verebnet und mit Isoparametern (Kantlinien) versehen werden, damit aus einem Flachstahl mit den Dimensionen 14.000 mm Länge, 800 mm Breite und 60 mm Dicke die Stahlplastik gekantet werden konnte.

Die Zusammenarbeit mit dem Künstler besteht seit zwei Jahrzehnten.



Künstler:
Dietrich Förster

Auftraggeber:
Dietrich Förster

Fotos:
Dietrich Förster, LEICHT

Entire – Natalia Stachon

Das Atrium des Kantinengebäudes auf dem Behördengelände an der Völklinger Straße in Düsseldorf hat einen künstlerischen Akzent erhalten. Die aus Polen stammende Künstlerin Natalia Stachon hat ihre Installation mit dem Titel „Entire“ installiert.

Drei Pylone im Innenhof sind an ihren oberen Enden mit Edelstahlseilen verbunden. Auf den Seilen werden gläserne Kappenisolatoren, wie man sie von Hochspannungsleitungen her kennt, in lockerer Folge aufgereiht. Die dreifach übereinander gespannten Seile umschreiben ein Dreieck, das eine imaginäre neue Ebene bildet, die wie eine Membrane einen neuen transparenten Raum schafft. Die Terrasse im Atrium bleibt somit in ihrer Nutzung unangetastet; die punktartig geplanten Bambuspflanzen bilden eine ideale Ergänzung. Der Bodenbelag aus Holzbohlen wurde in einer präzise konstruierten Form quer zur Seilausrichtung verlegt. Die technische Anmutung der Installation dynamisiert das Atrium und setzt Assoziationen beispielsweise von Kommunikationswegen und Energieflüssen frei. Die Künstlerin spricht von „wechselstromartigen Bewegungsabläufen“ und der „Vielzahl der unter den Anwesenden wirkenden Beziehungen“. Die Kantinenbesucher werden also beim Besuch der Kantine zu aktiven Betrachtern und damit Teil der Installation. Darüber hinaus verleihen die Lichtreflexionen der Glaselemente und ihre Spiegelung in den Glasfassaden dem Raum eine poetische Dimension.



Künstlerin:
Natalia Stachon

Fotos:
Bernd Borchert

Leuchtende Wellen, Fürth

Die „Leuchtenden Wellen“ des bayerischen Künstlers Dietrich Förster wogen am Entwicklungszentrum für Röntgentechnik der Fraunhofer Gesellschaft IIS in Fürth. Als Abfolge von Vertikalschnitten symbolisieren sie die unsichtbaren Wellen der Röntgenstrahlen und bilden eine Form, wie sie auch auf bewegter Wasseroberfläche entstehen könnte. Das fluoreszierende Acrylglas der einzelnen Schnitte erzeugt an deren Kanten ein geheimnisvolles, grünliches Leuchten.



Künstler:
Dietrich Förster

Fotos:
Dietrich Förster